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Grundlagen

Eine Schülerfirma zu gründen ist eine coole Sache und sicher die beste Vorbereitung auf das, was nach der Schule kommt. Sich ein solches Projekt zur Brust zu nehmen erfordert schon eine kleine Portion Mut.

Aber keine Angst - erstens seid ihr nicht die ersten, die so etwas durchziehen und zweitens seid ihr auch nicht auf euch alleine gestellt. Lehrer, Eltern, wir und viele andere fleissige Helfer stehen euch mit Rat und Tat beiseite. Mit ein wenig Ehrgeiz und Durchhaltevermögen schafft ihr das, da sind wir uns ganz sicher.

Um euch mit ein wenig Theorie unter die Arme zu greifen, haben wir für euch die verschiedenen Phasen eines Projekts "Schülerfirma" als grobe Richtschnur skizziert. Weitere Infos und Beispiele findet ihr in unserer Linkliste und auf den anderen Seiten zu diesem Thema.

 

Vor der Gündung einer Schülerfirma sind eine ganze Reihe von Dinge zu beachten und Arbeiten zu erledigen, die den möglichen Erfolg des Vorhabens maßgeblich beeinflussen.

An erster Stelle steht die Frage, ob und wenn ja, welche Schüler überhaupt mitmachen wollen. Denn eine "One-Man" oder "One-Woman" Show soll und kann das ganze ja sicher nicht werden.

Seid ihr also eine Truppe von Schülern, die das Experiment "Schülerfirma" wagen wollen, so gilt es als nächstes, die notwendige Zustimmung und Unterstützung seitens der Schulleitung, der Lehrer und der Eltern zu erlangen. Denn solange ihr nicht volljährig seid und das ganze in der Schule und Schulzeit stattfinden soll, geht hier nichts ohne die entsprechende Erlaubnis.

Also, erst wenn ihr euch der notwendigen Unterstützung sicher seid kann die Post so richtig abgehen - aber immer schön der Reihe nach!

So, jetzt geht's los: Eine Geschäftsidee muss her. Hier gilt es wieder sehr viel zu beachten. Folgende (sicher nicht vollständige) Liste von Fragestellungen sind in jedem Fall sorgfältig zu bearbeiten:

1. Welche Geschäftsideen würden allen Beteiligten grundsätzlich Spass machen?

2. Wieviel Zeit muss von jedem Beteiligten wöchentlich aufgebracht werden, um die Firma
    erfolgreich betreiben zu können?

3. Wieviele Stunden können dafür während der Schulzeit eingeplant und wieviele müssen
    dafür ausserhalb der Schulzeit aufgewendet werden?

4. Bedarf es besonderer Räumlichkeiten und stehen diese ggf. zur Verfügung?

5. Wieviel Startkapital wird benötigt und wie lässt sich dieses beschaffen?

6. Wie lange soll die Schülerfirma bestehen und was lässt sich in dieser Zeit erreichen?

7. Wie lange wird es dauern bis die Firma Gewinn abwirft?

8. Steht die Geschäftsidee in Konkurrenz zu bereits existierenden Unternehmen?

 

Wie du siehst, stehen hier schon eine Reihe von Fragen, die teilweise nicht ganz einfach zu beantworten sind. Die Geschäftsidee sollte daher entweder mit einem überschaubaren persönlichen Einsatz zu realisieren sein oder aber durch sehr viel Unterstützung von außen abgesichert werden.

Wenn die Geschäftsidee also gefunden und die Rahmenbedingungen passen, kann es mit der sorgfältigen Planung, d.h. der Erstellung des Unternehmenskonzepts weitergehen.

 

Folgende Punkte sind hier abzuarbeiten:

  1. Wie soll der (nicht kopierte) Firmenname lauten?

  2. Wie kann die Geschäftsidee genau beschrieben werden?

  3. Wie und an wen lassen sich die Aufgaben verteilen?

  4. Welcher individuelle Lernbedarf besteht bei den "MitarbeiterInnen" und
      wie viel Zeit muss hierfür eingeplant werden?

  5. Wie und an wen sollen die Produkte/Dienstleistungen ggf. produziert und
      verkauft werden?

  6. Wie erfahren die Kunden von euren Produkten/ Dienstleistungen?

  7. Welche Rechtsform soll auch in Hinblick auf die Finanzierung gewählt werden?

  8. Wie muss der Finanz- und Investitionsplan aussehen?

  9. Wie werden sich die Erträge entwickeln?

10. Welche Ziele wollt ihr erreichen?

11. Wofür sollen mögliche Gewinne verwendet werden?

 

Es kann durchaus passieren, dass sich im Verlauf der Businessplanerstellung herausstellt, dass sich die Gründungsidee mit den gegebenen Mitteln nicht realisieren läßt. Dann heißt es entweder nachbessern (mehr Mitarbeiter, mehr Startkapital etc.) oder aber, es muss eine andere Geschäftsidee gefunden werden.

So, jetzt geht’s los - wenn auch nicht gleich mit dem regulären Geschäftsbetrieb.


Zuvor muss noch der formale Rahmen gesteckt werden:

1. Für die Firma muss eine Satzung erstellt werden, in der alle Regelungen für den
    Geschäftsbetrieb sowie Rechte und Pflichten aller MitarbeiterInnen festgehalten sind.

2. Die Gründung der Firma muss an der richtigen Stelle eingetragen werden.

3. Beim Vormundschaftsgericht muss ggf. die Geschäftsfähigkeit einer oder mehrere
    MitarbeiterInnen beantragt werden.

4. Allen MitarbeiterInnen werden die grundlegenden betriebswirtschaftlichen Kenntnisse
    vermittelt.

5. Ein Firmenlogo und evtl. eine Internetpräsenz werden erstellt.

6. Der obligatorische Besuch einer Bank zur Eröffnung eines Firmenkontos.

7. Anschaffung eines Kassenbuchs und der sonstigen Geschäftsausstattung.

8. Einrichten und Beziehen des Geschäftsraums.

9. Erstellen des Organigramms

... und wenn ihr dann noch mit einem großen Fest den Beginn der regulären
    Geschäftstätigkeit feiert, dann bekommt ihr sicher die nötige Aufmerksamkeit
    für einen erfolgreichen Start ins Schülerbusiness.

Auch die Durchführung der Geschäftstätigkeit muss geregelt ablaufen. Man nennt das auch Ablauforganisation. Da sich die Ablauforganisation je nach Art des Unternehmens sehr individuell gestalten lässt, sind hier nur folgende generelle Punkte als wichtig zu nennen:

1. Es muss festgelegt werden wer, worüber, wann, wem berichten muss. Am besten sind
    hier regelmäßige Gruppentreffen einzurichten.

2. Auch die Kommunikation nach außen mit Kunden und Lieferanten ist nach Umfang und
    Häufigkeit festzulegen - und nach Möglichkeit auch einzuhalten.

3. Je besser ihr euch aufeinander verlassen könnt und je mehr jeder nach der Arbeit, die
    getan werden muss von sich aus sucht, desto erfolgreicher wird euer Unternehmen
    werden.

4. Bei Problemen ist es besser nach der Ursache, als nach den Schuldigen zu suchen.
    Steht die Ursache fest, sollte ein Weg zu dessen Beseitigung gefunden und Strategien
    zur Vermeidung einer Wiederholung erarbeitet werden. Regelmäßige Weiterbildung im
    Verlauf des Geschäftsbetriebs ist zur Vermeidung von Problemen auch sehr nützlich.

Nach einer Weile werdet ihr feststellen, ob sich die Gründungsidee erfolgreich verwirklichen
ließ oder ob das eine oder andere nicht so eingetreten ist, wie es ursprünglich angedacht war.

Dann werdet ihr sehr wahrscheinlich feststellen, dass ihr euch mit immer den gleichen Problemen rumschlagt und es schleicht sich möglicherweise so langsam auch das Gefühl ein, dass man auf der Stelle tritt und nicht recht vorwärts kommt.

Ihr solltet das zum Anlass nehmen, euch eine kurze Auszeit zu gönnen und gemeinsam besprechen, was alles stört, besser laufen könnte und deshalb wie verändert werden sollte. Wenn ihr zu all den gefundenen Punkten einen Plan aufstellt und dessen Umsetzung und Wirkung kontrolliert, bleibt ihr mit Sicherheit weiter auf Erfolgskurs.

Es ist wird dann auch schon Zeit, die wesentlichen Erfolgsfaktoren und Hindernisse mit samt den Lösungswegen zu dokumentieren. Das Schüler- und das eigene Schulfirmenleben währt nicht ewig, so dass sich das gesammelte Wissen auf diese Weise gut an die Nachfolger weitergegeben läßt (rechtzeitiges Suchen und Einarbeiten nicht vergessen) oder der "Laden" dichtgemacht werden kann, ohne dass die gesammelten Erfahrungen für die Schule und damit für nachfolgende Schüler verloren gehen.

 

Da das Thema Schülerfirmen nicht gerade neu ist, gibt es im WWW natürlich auch eine Unmenge an Webseiten, die sich mit dem Thema mehr oder weniger ausführlich und aktuell beschäftigen. Um euch die Arbeit des Filterns brauchbarer Seiten ein wenig abzunehmen, haben wir in unseren Weblinks eine kleine Liste braubarer Sites für euch zusammengestellt. Hier aber noch eine ausführliche Anleitung zur Gründung einer Schülerfirma als pdf-Datei, die wir euch besonders empfehlen wollen.